Montag, 15. Dezember 2014

Leuchtspur

Als ich den Bergkristall im Dunkeln in die Hand nahm (im saukalten Schlafzimmer) und er sich zwischen den Fingern erwärmte, haute er unvermittelt im Abstand von mehreren zehn Sekunden schwache, bläuliche Lichtfahnen heraus. 
Die erste, hellste Entladung ging seitlich nach unten, die nächsten waren nicht so zu lokalisieren. Es sah aus wie kurze Elmsfeuer. Zwar schaue ich mir öfters einen Kristall im Dunkeln an – in der Schwärze zu sehen ist Gewöhnungssache, dann aber durchaus ergiebig – aber Flämmchen gespuckt hat noch keiner.

Ohne viel zu erwarten habe ich Fotos gemacht vom handwarmen Kristall auf dem kalten Nachtkästchen, liegend, wie unten abgebildet.

ISO1600, aus der Hand, beim Bearbeiten dann Helligkeit und Kontrast aufgedreht


und bei einer anderen Aufnahme die Farbe verstärkt:


Die Bilder haben optisch nichts mit dem Phänomen gemein, das ich beobachtet habe und vielleicht habe ich auch nichts vom Quarz Ausgehendes fotografiert, sondern elektrostatische Blitze vom Kameraverschluss, die im Kristall reflektierten. 
Optisch wars jedenfalls so dunkel, dass ich mehr daneben als drauf fotografiert habe. Auf den meisten Bildern ist rein gar nichts zu sehen. 


Mein weiterer Gedankengang dazu ist, dass der Kristall erst Millionen Jahre im Fels, dann relativ kurze Zeit unter freiem Himmel, sicher aber nie in trockener Wärme war, bis ich ihn mitnahm. 
Er hat etwas Limonit (gelblich) drin und Chlorit Einwachsungen (grün), an diesen Stellen ist er nicht wirklich dicht nach aussen und kann Feuchtigkeit abgeben. Vielleicht bewirkt das eine Volumenänderung und plötzliches Enthaken der Kristallflächen im Inneren voneinander, oder eine andere Entspannungssituation dort, das würde einen piezoelektrischen Effekt erklären.

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