Dienstag, 31. März 2015

Föhnsturm

Den könnte man gerade auch ohne "h" schreiben, so warm ist er, so plötzlich und lind...wurmmässig unterwegs mit seinem Drachenatem.

Er trocknet die Wäsche in 5 Minuten, verteilt sie über Zäune, Hecken und Dächer, schmeisst den Klappständer meterweit in die frisch geodelte Wiese, weil drei schwere Badetücher ihn einfach nicht auslassen wollten.

Nebenbei widmet er sich den Mülltonnen, dieser versierte Multitasker. Fährt sie im Zickzack auf die Strasse hinaus, kippt sie dort um und versucht, sie mit herabfallenden Ästen zu treffen.
Beim gschreckten Hinauseilen weht er mir das mit Mayonnaise nur ungenügend festklebende Ei vom Brot, sunny side up, direkt aus der Hand auf die Hose.

Lieblingswetter, trotzdem. 
Ich kann ja auch drinnen brotzeiten und zuschaun, wie mir die Fensterläden vor der Nase zuknallen, weil es die Befestigungshaken aus dem Fensterstock reisst.

Und ein Stossgebet für die Vespa absetzen, die mit immer fröhlich gerecktem Köpfchen und den Fühlern im Wind keinen Schimmer davon hat, dass das morsche Carport jederzeit über ihr zusammenbrechen könnte.


Inzwischen heult der Sturm nicht mehr, er röhrt, er fährt unter die Dachplatten. Die ersten Lalü-Lalas hallen von fern durchs Getöse.

Eigentlich wollte ich heut nachmittag an die Mangfall. Bin ich froh, dass ichs mir anders überlegt habe.

1 Kommentar:

mondin hat gesagt…

Ja hallo Sam !
Schön, wieder von Dir zu lesen !!
Du schreibst sooo herrlich :)
Hat mir echt gefehlt !

LG Ursel

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