Montag, 25. Mai 2015

Dem Ahorn an der Grenze


Wenn ringsum die Bäume treiben,
scheinst Du wieder kahl zu bleiben,
stehst bleich im kalten Regenwetter
ohne Saft und ohne Blätter.
Jährlich denk ich mir: das wars
und es gibt mir einen Stich.
Jährlich tuts mir leid um Dich.

Dann kommt dieser Tag im Mai
an dem ich vor die Küche gehe
kaffetrinkend, zufällig
in Richtung Deiner Äste sehe
und untenrum die ersten Blätter.

Dann weiss ich: Du hasts wieder mal geschafft
trotz Deiner grossen Blitzschlagnarbe.
Dann dauerts noch so zehn, zwölf Tage
und Du grünst bis in den Wipfel.

Es sind nun über 2o Jahre
dass ich erst nicht hoffen mag
Doch dann kommt der schwüle Tag
nach Kälte, Niesel, Dauerregen
an dem ich, in der Türe stehend
kaffetrinkend
zufällig
in Richtung Deiner Äste schau
und man sieht es ganz genau:
untenrum hats erste Blätter...

Dann dank ich schön dem Regenwetter.


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