Mittwoch, 9. September 2015

München leuchtet wieder

Meine Bewunderung und mein Respekt (auch, wenn der nichts besser macht) dafür, wie die Münchner mit dem Flüchtlingsstrom umgehen. Ich hätte ihnen das nicht zugetraut, muss ich gestehen.

Döbereiner hat München einen Ascendenten Ende Skorpion zugeordnet, soweit ich das erinnere, und das Signum Mars-Neptun, die Stadt der "gschlamperten Verhältnisse" (d.i. nicht sanktionierte Paarbildungen und andere unbürgerliche Formen des Zusammenlebens) in Zeiten, als man sich auf dem Land darüber noch das Maul zeriss. 

Wenn freie Liebende, Künstler oder andere Exzentriker sozial ängstlich waren, den Tratsch und das Beobachtetsein fürchteten, 'flohen' sie nach München, um dort ihre Wirklichkeiten entstehen zu lassen. 
Den Neptun nahmen, brachten sie mit und so blieb die arg strapazierte Liberalitas Bavariae in ländlichen Gegenden erstens eine Rarität oder selbstgefällige Mythe und zweitens eine Schlampe. Dort herrschte längstens das Soziale (Stiervenus) über Identitäten (Mond).

Die nun einströmende Menschenflut und lässt sich weder eindämmen, noch moralisch ansteuern, noch auf Dauer verregeln. Das ist eine ganz neue Erfahrung für den behäbigen Wohlstandsbürger, der sich, zufällig im richtigen Land geboren, seit Jahrzehnten unter seinesgleichen geschützt und gesichert wähnt und nun halb angstvoll, halb verwundert auf die vielen kräftigen jungen Männer schaut (Mars!), auf das frische Blut, auf all das, was der Herde nicht zu fehlen schien, bis Neptuns Welle es wirklich werden liess.
Die, nebenbei gesagt, auch den Genderwahn schneller aufweichen könnte als ihn Dx. Laberschüssel- Nöhlemeier den Vollbartmännchen im Seminar beigestossen hat.

Ganz jenseits der Revierfrage ist, wie eigentlich immer, ein Handeln gefragt, das dem Leben dienlich ist und nicht der Angst.
Die Münchner haben bewiesen, dass sie das drauf haben und sind aus dem Stand heraus aktiv geworden: Sie haben kräftig gespendet, zuhauf ehrenamtlich und freiwillig sortiert, verteilt, selbst angepackt. 
Kein Politiker, kein Leithammel musste sie anweisen und in Bewegung bringen, kein Ideologe konnte genügend Angst schüren, um darauf sein Süppchen zu kochen.

Ich seh das als gutes Zeichen und als Chance, dass das Flüchtlingsproblem weiterhin von jedem persönlich genommen wird, aus den aktuellen Geschehen wahrgenommen und angegangen, und freiheitlich bleibt in der Wahl der Mittel und Wege. 

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