Mittwoch, 30. November 2016

Brunnenkresse

An den Stellen, wo sie am Grund eines Baches oder Quelltopfs wuchert, hat das Wasser oft besondere Qualität. 
Erstens ist es in der Regel sehr sauber, zweitens friert es nicht und wird bei strengem Frost sogar geringfügig wärmer (Schauberger nennt dieses Wasser biomagnetisch auf- oder überladen). 
Solches Wasser hat eine Temperatur um die 4 Grad +, seinem sog. Anomaliepunkt, bei dem es die höchste Dichte aufweist. Dichtes Wasser plätschert nicht und seine Wellenbewegungen sehen auch eher gelartig als 'dünnflüssig' aus (finde ich). 

Die Brunnenkresse ist meines Wissens die einzige heimische Pflanze, die Jod speichert. Bayern war (und ist) ein Jodmangelgebiet, und so war ein anständiger Kropf vor allem bei Frauen endemisch. Beim heutigen Nahrungsangebot und moderner Medikation ist das natürlich kein Thema mehr. 

Die bei Frauen viel anfälligere Schilddrüse jedoch schon, denn sie untersteht dem Uranus, dem hartem Prinzip der Individuation. Es ist das Gegengift zur Enge eines sicheren Herdendaseins (Stiervenus) er duldet kein Mitmachen (Mond), keine Anpassung (Jungfraumerkur) und keine Imitation (Pluto).


Wenn Uranus aufgerufen ist, will er mensch aus dem bisherigen Zustand herausheben und zerbricht Knall auf Fall das Bisherige, wo es dem Leben im Wege steht, nicht 'wahr' ist, nicht gewachsen, nicht mehr gemäss.
In diesen aufregenden und oft auch gemütsmässig kalten Übergangszeiten fährt die Schilddrüse den Stoffwechsel hoch, damit Mensch hellwach und klar für den neuen Ur-Sprung ist.

Zur Jodhaltigkeit finde ich es bemerkenswert, dass die Kresse den ganzen Winter hindurch verfügbar ist, wenn der gesunde Organismus sowieso einen wesentlich höheren Grundumsatz aufweist – und entsprechend mehr Jod braucht – als in der warmen Jahreszeit. Von der Vitamin C Quelle, die dieses Kraut darstellt, ganz abgesehen. 
Es will auch ganz frisch gegessen werden und war laut alten Kochbüchern (Davidis z.B.) ein fester Bestandteil der guten Küche.

Im übrigen stand man dem Jodmangel auch in den alten Tagen nicht hilflos gegenüber. Man kannte die Jodschwefelquellen der Vorberge (in den Landkarten sind entsprechende Bäche mit "Stinkergraben" o. ä. olfaktorischen Deutlichkeiten benamst) oder behalf sich mit Lugolscher Lösung. Das war "das Jod", das braune Wunddesinfektionsmittel, das bis vor einer Generation den Verbandskästen beilag und von dem Mensch und Tier bei anhaltender Bräsigkeit ein paar Tropfen ins Wasser kriegten.

Ich wundere mich schon ein bisschen, dass trotz des Wildkräuterhypes der Weiber seit Jahren niemand sonst Kresse zu ernten scheint als ich und ein älterer Herr, der aus Bad Tölz zum hiesigen Kressefeld herradelt. Wir treffen uns jedes Jahr früher oder später beim "grasen" oder finden unsere Fussspuren im Feld.

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