Freitag, 9. August 2019

Tulsi, Erfahrungen


Hier meine Erfahrungen mit dem alkoholischem Auszug des getrockneten Krauts (Teedroge) über 6 Wochen.
Ich kenne die Pflanze selbst nicht, nur von dem Zweigerl, das beim Thai frisch neben der Suppenschüssel liegt, zum selber dosieren, weil nicht jeder den starken Geschmack dieses Gewürzes mag.

Den Auszug bereitete ich mit Enzian, ca. 1|3 Droge, 2|3 Schaps über 4 Wochen im Tageslicht, aber ohne direkte Sonne, täglich bewegt. Nach 3 Tagen filterte ich den ersten Auszug ab und setzte ihn mit frischem Enzian nochmal an, am Ende mischte ich beide Extrakte zusammen. 

Einnahme anfangs täglich 5 Tr. abends, als ich nach einer Woche die Wirkung erkannte, nur noch 3 bis 1 Tr.
Es zeichnete sich eine bestimmte Abfolge ab.

Zuerst war der stark schlaf- bzw. einschlaffördernde Effekt im Vordergrund, der unmittelbar nach Einnahme einsetzte, worauf ich die Dosis reduzierte. Üblicherweise lese ich gerne noch etwas Interessantes vorm Einschlafen und habe einen entsprechenden Bücherstapel neben dem Bett. Mit Tulsi wurde er uninteressant, ich wollte nichts Äusseres mehr wissen und freute mich nur noch auf den Schlaf.

Bald zeigte sich eine zunehmende 'Darmreinigung'. Ich esse unregelmässig und insgesamt eher nicht viel, hatte aber tagelang morgens massige Stühle, fest, aber gallig und gut eingeschleimt und von beachtlichem Gestank. Das dauerte ein paar Tage, dazu kam stark gefärbter Urin und vermehrter Haarausfall, vor allem die (ersten) grauen Haare verabschiedeten sich.

Die Haut über dem Steiss schuppte sich eine Woche lang.

Was bis jetzt anhält, ist ein eigenartiges Schlaf- und Traumgeschehen.
Oft wache ich nach zwei Stunden wieder auf oder ein Traum mit körperlichen Empfindungen weckt mich. Es war mir mehrmals so, als würden elektrische Schocks die Wirbelsäule durchfahren, es schüttelt mich quasi epilepsieähnlich, bis ich (erleichert) erwache, einmal darüber hinaus.
Hinterher gehts mir gut, manchmal bleibt ein sausendes oder erhitztes, durchgekochtes Gefühl zurück. 
Einmal waren die Schockwellen begleitet von einem deutlichen Sterbetraum mit kurzer Angst dabei. Ich stand in der Bäckerei am Tresen und wurde bedient, als eine Art langsamer Blitz durch meine Wirbelsäule fuhr und sie zerlegte.
Ich schwitze öfter und mir ist es (zu) heiss beim Schlafen. Manchmal erwachte ich mit Wut und Hassgefühlen, die genauso schnell verfliegen, wie sie auftreten.
Trotzdem bin ich morgens gut erholt und ausgeschlafen, auch, wenn es nur wenige Stunden waren. Ich brauche nicht viel Schlaf und auch sonst wenig (Äusseres: Essen, 'Unterhaltung' aka Lesestoff, Netz, YouTube hören usw.)

Wenn ich an der Isar bin oder sonstwo im Gelände unterwegs (leider ist grad wenig Zeit dafür), ist die Wahrnehmungsschärfe hoch, alles sehr intensiv, vor allem das Wasser und die Steine, der Wald eindrücklicher. 

Im Verkehr muss ich aufpassen. Ich mag die übliche Schutzkleidung (Lederjacke, Handschuhe) nicht anziehen und drifte schnell in den Leichtsinn ab, bin zu schnell unterwegs, zu entspannt und leichtsinnig (alles eher unüblich für mich), neulich wäre ich morgens vor lauter Schwung fast in ein entgegekommendes Auto gekracht und war, im Gegensatz zu dem Fahrer, nichtmal sonderlich erschrocken. Dann habe ich mir aus Unachtsamkeit den rechten Zeigefinger zwischen den Blechen eines Tischbocks gequetscht.

Ich habe mit der Einnahme nun aufgehört. Zuviel Energie auf zu wenig 'Kanal', so kommts mir vor. Wenn Zeit ist (das Chaos in Wohnung und Arbeit bewältigt), möchte ich den Tulsi-Auszug homöopathisch potenzieren.

Stofflich genommen scheint er eine Art energetische Wurzelbürste zu sein, die Potenz zur Drahtbürste dahinter ist spürbar (von der Sorte zum Aufstecken auf die Bohrmaschine) und das reicht mir fürs Erste.