Montag, 20. April 2020

Wende


Die Grippewelle scheint bereits in KW15 (6.- 12.04) ihren Scheitelpunkt überschritten zu haben (Daten hier: die Todesfälle, die saisonal über dem erwartbaren Schnitt liegen, werden standardmässig als Grippetote gewertet) Für Bayern gabs letzten Donnerstag den Beschluss zu den ersten Lockerungen. zB. haben ab heute die Baumärkte wieder geöffnet. 

Während Virenängstler, einige Selbständige, Zusammen- oder auch nur Eingesperrte die letzten Wochen durch die Hölle gingen, hatten andere vor allem endlich Zeit für sich und ihre Reviere, bemerkten das Überflüssige und das Fehlende.
Aus dem Rausmüssen (zwengs der Xundheit) wurde Rausdürfen...

In ungewohnter Entspanntheit wurde geradelt, gelaufen und berggegangen, abends an den Häusern vorbei gings von einer gläserklingenden Grillwolke in die nächste, vor den Garagen stehen 'zu verschenken' Kisten und andere Ausmist-Ausbeute, die drauf wartet, dass die Wertstoffhöfe wieder öffnen zum Abtransport.
Fahrzeuge, Fenster, Gärten, Balkone blitzen — das Wetter war ja auch rundum unterstützend.

Die Krise hat überhaupt die rechte Zeit im Jahr erwischt zum Entrümpeln. Übergewichtige konnten sich freuen über schwindenden Ballast und legten sich nichtschwarze, nichtweite Klamotten zu und neue Gewohnheiten.

Den Gschaftigen fehlte plötzlich die Lieblingsausrede vor sich und anderen (koa Zeit!) und wenn  jemand merkt, dass es eigentlich nicht die Zeit ist, die einem für irgendwas fehlt, sondern der Sinn, die Lust drauf und die Liebe dazu, dann kann mans gleich bleiben lassen. Das ist auch eine Erleichterung, für die Gschaftigen selber und Betroffene(s) dazu.

Wer hätte das gedacht vor einem Monat, dass die Tretmühle so schnell zu bremsen ist, das Klare sich so schnell trennt vom Rauschen. Der Coronawahn hat alles Fällige an die Oberfläche getrieben und die Zeit, sich drum zu kümmern, auch. Ned schlecht!