Dienstag, 15. September 2020

Panch Tulsi, Erfahrungen, Schlüsse, Mutgemasstes


Nun habe ich noch die indische, also originäre Tulsi- Einnahmeform ausprobiert, Panch Tulsi.  

Dabei werden Wasserdampf- Destillate verschiedener Basilikumarten zusammengepanscht. Es gibt verschiedene Kombinationen.

Mein Präparat enthält auf 10ml: Ocimum sanctum 2,5ml, O. gratissimum 2,5ml, O. basilicum 3ml, 2ml ölige Basis. Bestellt hatte ich direkt in Indien, zudem eine etwas andere Zusammensetzung, aber ok, es hat lange übern Teich gebraucht und ich war am Ende froh, dass überhaupt etwas ankam - St. Corona hat ihren Sand inzwischen in jedem Getriebe.
Die Einnahmeempfehlung ist 4- 5 mal täglich 1 Tr. Indikationen: Immunstimulans, bei Husten, Erkältung und Fieber. 

Ich nahm (gesund, ohne irgendwelche Symptome) morgens und abends 1 Tr., nach 2 Tagen nur noch 1 Tr. abends und nach ein paar Tagen habe ich aufgehört, weil ich, wie schon nach dem Teekraut- Auszug, zu entspannt unterwegs war für meine Gewohnheit. 
(Ich muss dazusagen, dass ich mich seit meinem Umzug an diesen Ort vor über einem Jahr rundum sauwohl fühle und nichts zu heilen oder 'beruhigen' habe)

Damit ist die Hauptwirkung beschrieben und ich würde kein Wort mehr drüber verlieren, als dass es (mir) einfach zu stark ist. 

Aber ähnlich wie bei der Erfahrung mit dem Auszug aus der Teedroge machte es das Bewusstsein nicht schläfrig oder trübe, es rauscht direkt dran vorbei ins Vegetativum, also das unbewusste Nervensystem, dem die grundsätzlichen Lebensvorgänge unterliegen: Atmung, Kreislauf, Verdauung, Sinne, Reaktionslagen.

Die Deblockade, wie ich es nennen würde, erklärt die immunfördernde Wirkung von Tulsi. Ein frei schwingendes Vegetativum kann sich schnell an wechselnde Umstände anpassen, ohne in einem starren Zustand oder Muster 'hängenzubleiben', z.B. in einer Stressreaktion. 
Es ist auch nicht so schnell alarmiert (in Flucht/Kampfstimmung versetzt), weshalb Tulsi in Asien bei Allergien eingesetzt wird. Allergie ist eine Überreaktion auf einen Reiz auf Gewebe/Zellebene, die sich verselbstständigt hat, also auch ein starres Reaktionsmuster, das sich im Extremfall tödlich auswirken kann.

Nun zum Heiligen des Tulsi (= Holy Basil) – ich vermute aufgrund meiner Erfahrung stark, dass es  (auch) entheogen eingesetzt wird und Astralreisen, wie der Esoteriker sagt, befördert und/oder das Erlernen derselben erleichtert.
Wenn der Geistkörper reist, nimmt er das Bewusstsein mit und das bestenfalls in Steuerung, während der physische Körper in einen rein vegetativen, also unbewussten Zustand sinkt. Das Lösen des Energieanteils vom räumlich- zeitlichen Körper ist der ganze Trick.

Wer schon einmal eine Schlafparayse erlebt hat, oder das unwillkürliche Vibrieren des Körpers beim Einschlafen, krachende Geräusche (Exploding Head Syndrome), oder das wohl jedem bekannte Gefühl zu fallen beim Einschlafen, dem ist kurzzeitig genau das passiert. Geist wach, Körper nicht.  (Mit regelmässiger Übung kann man diese Zeitspanne ausdehnen als eher mühsame Methode, Astralreisen zu lernen.)

Das Vegetativum und damit bestimmte zentralvegetative Funktionen (beim Fallgefühl zB der Lagesinn im Kleinhirn) fallen zeitlich vor dem Wachbewusstsein in den Schlafzustand.
Hier stimmt die Reihenfolge des Herunterfahrens beim Einschlafen oder Aufwachen nicht, das ist alles. Und es ist auch nicht weiter schlimm, weil man diese Erfahrung im tiefsten Vagotonus macht, also mangels Bewusstheit nicht als gefährlich registriert. Erschreckend ist es nur, wenn gleichzeitig die bewusste Wahrnehmung (der präfrontale Cortex) anspringt, wie in der Schlafparalyse oder einem Erwachen ausserhalb des Körpers, überm Bett usw. Eine Erfahrung, die gerade bei Kindern nicht selten ist.

Zurück zu mir: ein einziger Panch-Tulsi Tropfen abends hat beim Einschlafen etliche Lagen geschüttelter Baustahlmatten erdonnern lassen und/oder mich (gefühlt) ganzkörper- gebeutelt, in Wellen, da kam mein selbstgemachter Auszug an Intensität nicht hin. Da muss einiges an Blockaden Widerstand geleistet haben, denke ich mir.

Ich kenne diese Zustände seit meiner Kindheit, aber nur sporadisch. Mit Tulsi erfuhr ich sie jede Nacht, zum Glück jedoch keine Schlafparalyse, wie ich sie mit einigem Horror erinnere von früher.

Nun wird der Effekt des unwillkürlichen Zitterns z.B. in der bioenergetischen Körperarbeit provoziert, um den Körperpanzer (W. Reich/ A. Lowen) zu überlisten. 
Die Verkrampfung bestimmter Gewebe und Muskelgruppen entsteht durch eine zunächst sinnvolle Schutzhaltung, die man sich, beginnend bei der Geburt oder davor, jedenfalls im Laufe des Lebens zugelegt hat, um bedrohliche Erfahrungen nicht mehr zu erleben.
Später wird diese Schutzhaltung zum (Charakter) Panzer, der die physiologischen Reaktionslagen einengt und zunehmend fixiert. (Hier eine ausführliche pdf dazu)


Noch grundsätzlicher ist die Polyvagaltheorie von Stephen Porges, die darüber hinausgeht und postuliert, dass man sein Vegetativum ist, ganz strukturellDer Pool quasi, aus dem laufend die eigene Identität ausfliesst und bei traumatischen Erfahrungen (d. i. eine Bedrohung, während weder Kampf noch Flucht möglich ist) in ontogenetisch uralten und aktuell nicht förderlichen Regelkreisen erstarrt. 
Das Leben mit allen Umständen verläuft dann so, wie es das Trauma im Vegetativum fixiert hat, z.B. in engsten Bahnen, mit täglichem, jährlichem, jahrzehntlichen Murmeltiergruss.

Die Energie des Versäumten, Vermiedenen bis Abgespaltenen ist deshalb aber nicht weg. Sie zeigt sich im Aussen, in Begegnungen, in der Familie, den Umständen, Unfällen, Krankheiten, in der Pflicht und beim Vergnügen. Das Vegetativum generiert das Leben, das nicht an der Körpergrenze endet und zwar so lange, bis die Befreiung aus der konditionierten Enge stattfindet, wobei der Tod die grösste Befreiung ist und uns allen zuteil wird.

Astrologisch könnte man das Vegetativum als Neptun/ 12. Haus sehen, die Fixierungsschleife als Pluto/ 8. Haus, die Deblockade oder Reset des Vegetativums in die ursprüngliche Anlage als Uranus/ 11. Haus.

Das unwillkürliche Zittern des Körpers, das Donnern im Ohr (dorsaler Vagusast) entsprächen den beiden 'Ausgängen' des Unbewussten (Neptun/12. Haus) in die Energie (Mars/1.Haus) und die Erschütterung (Uranus/11.Haus) gleichzeitig.

Den entwicklungsgeschichtlich aufs Überleben geprägten Mustern entspräche Pluto/ 8.Haus. 
Die lebensdienliche Lösung wäre dieses im Laufe des Lebens, mit dem sich Ändern der Wirklichkeit(en), entsprechend aktualisieren zu können. Denn ohne Musterbildung gibt es kein Leben, Regelkreise sind der Natur immanent.

Als Ausgänge ins Natürliche sehe ich die Nachbarhäuser/ Planeten gleichzeitig, also Jupiter (Fülle, Begreifen) und Waagevenus (Ausgleich, Gegenwart). Zusammen ergibt das eine knallvolle, ins Unbegrenzte gehende Wahrnehmung, die höchste Eindrucksintensität oder Wachhheit.
Daraus ergibt sich das enorme Glücksempfinden, wenn man diese Deblockade erfährt, oder eben den Flow, wenn die Deblockade zeitlich wird. Es 'läuft' dann einfach gut, innen und aussen.

Der Witz ist, dass wir genau das ständig vermeiden, dieses absolut in der Gegenwart sein und bleiben. Über Ablenkung, unbewusstes Re-Agieren, sich allen möglichen Steuerungen, Urteilen und  induzierten Gedankenmustern überlassen, oft ohne es überhaupt zu bemerken. 

Allzugerne lässt man andere für sich denken, meinen, ja sogar leben und hält sich an fremde Konzepte, weil man den eigenen nicht trauen mag.
Wie ein Kind, und das aus gutem Grund, wie oben erwähnt. Viele haben vegetativ die übernommene Angst (Enge) grundsätzlich im System und irgendwann (zu) wenig Lust übrig, um sie hin-geben zu können.

Mir hat da sehr viel gegeben, was Sabine Bobert über Youtube und im Netz geteilt hat. Besonders erwähnen möchte ich diesen Blogartikel zum Untertan- Komplex. Sie arbeitet die konditioniernden Strukturen recht gründlich aus, und auch in ihrem neuen Buch über Manipulationstechniken bietet sie Übungen und Lösungen, wie die mentalen Kontrollstrukturen vegetativ unterlaufen werden können.

Das war jetzt ein Jupiter- Umschweif weg von der reinen Panch Tulsi- Erfahrung, aber ich denke, das Kraut geht tatsächlich sehr in die Richtung Heil, Whole, heilend, wenn man sich drauf einlassen mag.

Ich persönlich warte für einen weiteren Selbstversuch erstmal verkrampftere Zeiten ab, die da kommen mögen, wenns soweit ist, werde aber in jedem Fall dranbleiben.

Das Ding ist nämlich, wenn ich mein grundsätzlich hypervigilant angelegtes Vegetativum ohne Not chemisch entspanne, gegenreguliert es früher oder später. Das Unbewusste traut dem Frieden nicht :)

Das Phänomen kennen Meditations-Anfänger, die im hohem Frieden plötzlich von einer Panikwelle überrollt werden, der früher Durchgangssyndrom genannten Paranoia frisch Operierter, oder der Katastrophe aus scheinbar heiterem Himmel.

Wassermann/Uranus, der ewige Befreier, lässt nichts unbewusst, wenn er erstmal dabei ist, aus dem Unbewussten zu schöpfen, in dem Sinne:


Das Vegetativum schläft nicht :)