Montag, 28. März 2022

Augenlicht klären


So hab ich diese Übung genannt, da sie speziell auf die Linse (das 'Fenster' des Auges, der Lichteinlass) und ihr unmittelbares Milieu wirkt (Kammer und -wasser, Muskel), aber grundsätzlich für einen helleren Blick sorgt.

Sie hat nichts zu tun mit der Gymnastik, die auf die Muskulatur des gesamten Augapfels wirkt, wie die sog. russische Augenübung, die ebenfalls den Visus in Schwung hält. Man sollte die beiden mMn aber nicht kombinieren um eine Überanstrengung zu vermeiden.

Die Lichtreinigung wirkt auf das Fokussionsvermögen aka die Beweglichkeit der Linse, die mit den Jahren abnimmt. 
Auch, weil ab Kindheit zunehmend Standardeinstellungen abgerufen werden: Nah, Bildschirm, irgendwas mittel, fern, unsichtbar.
 
Einmal erwachsen kennt man die Welt eh so gut, dass die paar Ebenen reichen. Zwischenwelten/-räume werden nicht mehr gesehen, sondern vom Bewusstsein ergänzt aus dem Fundus vorhandener Information via Mustererkennung. 

Denn: die default Einstellung des Gehirns ist Energiesparmodus, sagt die Wissenschaft. Die Datenverarbeitung ist davon genauso betroffen wie die Sinne, die diese Daten liefern. Wenn der Umfang des Potentials eines Sinnesorgans nicht (mehr) abgerufen wird reduziert es sich, anfangs unmerklich.

Ungenutztes Fokuspotential trübt den Blick, sag ich. Je umfänglicher und geschmeidiger die Linse bewegt wird, umso mehr Energie fliesst, umso belebter, klarer, licht(durchlässig)er bleibt oder wird dies Einfallstor.

Kinder, Maler, (Natur)forscher, Künstler... haben andere und leicht fliessende Foci m.E. deshalb, weil sie die für ihren Blick in die Welt auch ständig nutzen. 
Beim ökonomischen Gehirnbenutzer ist das Spektrum genauso da, nur eingeschlafen.

So gehts:

Geübt wird im Dunklen. Dazu brauchts eine kleine Kerze (Teelicht) und eine ungemusterte Glasschüssel oder ein glattes grosses Glas mit (Salz)wasser auf hellem Untergrund. 
Salzwasser bricht das Licht anders und hat m. E. eine stärker lösende, reinigende Wirkung
Ich nehme Totes-Meer Salz, die Schüssel ist eine kleine 08/15 Salatschüssel aus dem Supermarkt.


Dann setzt oder stellt man sich mit etwa 1 bis 2 Meter Abstand in Augenhöhe vor die Schüssel, der Blick geht durchs Glas mitten ins Wasser, man schaut also unterhalb des Wasserspiegels ins Licht. 

Mit dem Abstand muss man sich spielen, der ist nicht so wichtig wie der Effekt, dass nämlich der Wasser- Lichtschein auf die Augen fällt.



Salzwasser

Entspannt durch das Glas ins Wasser sehen, es sollte unbewegt sein, die Kerze möglichst wenig flackern. Geatmet wird ruhig und langsam durch die Nase, die Zungenwurzel wird bewusst entspannt, ebenso die Schultern. 

Beim Einatmen unfokussiert das leuchtende Wasser 'trinken' mit den Augen = ganz reinfliessen lassen in der Vorstellung.
(wer nicht weiss, wie unfokussierter Blick geht: sich grad mal die Luft im Raum in 2m Entfernung genauer ansehen :) 

Einen Herzschlag kurz den Atem halten, dann beim Ausatmen den Blick ganz scharf stellen auf den gebündelten Lichtschein im Wasser. Wer das (anfangs) nicht schafft, nimmt die Glaswand.

Und wieder von vorne: Fokus komplett entgleisen lassen beim Einatmen und Lichttrinken, einen Herzschlag lang Atem und Entgleisung halten, beim Ausatmen ganz scharf stellen usw.

Das Wichtigste ist, bei all dem entspannt zu bleiben (Zungenwurzel evtl. zwischendrin erinnern, Schultern bei jedem Ausatem tiefer hängen lassen) und ruhig fliessend den Atem schaukeln, nicht extra tief.
Nach dem kurzen Einatem- Halten nicht 'knallen' beim Ausatmen (= Kehlkopf bleibt locker) und beim Scharfstellen den Ausatem nicht zu forcieren.

Im Idealfall hört man seinen Atem kaum oder gar nicht, so leicht fliesst er. 


Der Lichtschein (links) fällt in Augenhöhe aufs Gesicht.

Die Übung klingt eher läppisch, ist aber u.U. recht fordernd die ersten Male, je nachdem, wie sehr die Linse Bewegung in Kontrastlicht gewohnt ist.

Das die Augen dabei tränen ist ok und der Wirkung zuträglich, auch übernacht kann die Tränerei weitergehen, vor allem anfangs. Eventueller Krachhunger hinterher ist auch physiologisch, denn das Auge ist eine Filiale des Gehirns, und das wurde gerade in ungewohnter Weise gefordert.

Eine vorübergehende Visusverschlechterung (tags drauf) zeigt an, dass die Übung gegriffen hat. Das Auge muss die ungewohnte Energiezufuhr erstmal verarbeiten.

Zu Häufigkeit und Länge: 

Mei, selber ausprobieren. Bloss kein Ehrgeiz! Ich schlage für den Anfang 5 bis höchstens 10 min. im Abstand von mindestens 3 Tagen vor, und immer abends vorm Schlafengehen. Yogis und andere, wie sag ich -- Energiebewusste? machen ihr Ding draus nach eigenen Grenzen und Ermessen.
Immer ohne Brille üben und ganz damit aufhören, wenn man merkt, dass man generell besser sieht (schärfer, weiter, Farben strahlender, Nachtsicht besser)

Das übliche cave: Leute mit erhöhtem Augeninnendruck sollten besonders auf die korrekte Ausführung achten und erstmal nicht über 2 min üben. Besonders beobachten, wie es ihnen den Tag darauf geht. Und frisch Linsenoperierte sind hoffentlich klug genug, die Wunde völlig ungestört heilen zu lassen!

Wenn Kopfweh, Unwohlsein..., bei wem auch immer, auftreten während der Übung: aufhören. Auch das sollte selbstverständlich sein.

Die Übung ist via Energiearbeit entstanden, an zwei ü50 Brillenträgern erprobt (je weit- und kurzsichtig) und natürlich an mir selbst (57, bis dato keine Brille nötig) und hat weiters kein Prüf- oder Gütesiegel.

Weiters möchte ich noch an die Weinraute Ruta graveolens erinnern, über die ich bereits gebloggt habe. 

Täglich eine kleine Menge des Krauts (ein paar Quadratmillimeter) frisch gepflückt und gekaut energetisiert die Linsenmuskulatur. Ich bediene mich dieser Qualität seit Jahren bei Bedarf. 



Eine grosse Raute steht seit meinem Umzug im Kübel neben der Haustür, sommers der prallen Hitze und winters dem Frost ausgesetzt, wobei ich nur den Topf und den unteren Bereich der Pflanze mit einigen Lagen Fichtenzweigen ummantelt habe, als es richtig knackig wurde und kein isolierender Schnee mehr drauflag.

Kräuterpfarrer H.J. Weidinger ordnet der Raute als Seelenqualität dem Gleichmut zu (im Klassiker "Kräuter für die Seele" sein Portrait der Pflanze) – davon könnte der ein oder andere ja gut eine Prise gebrauchen derzeit. 

Bevor also das nächste Baumarkt- Margaritenstämmchen mit durch die Kasse geht (wei s hoid so billig herganga is) kann man sich überlegen, sich für den gleichen Ort eine Raute aus der Gärtnerei zuzulegen oder sich eine Pflanze aus einem Steckling zu ziehen.

(Kommentare: Bitte nur themenbezüglich! Danke.)

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