Mittwoch, 12. August 2015

Tschamba Fii- Alternative, überarbeitet


Diese Version kommt mit Trockendrogen und vereinfachter Zutatenliste zum etwa gleichen Ergebnis.

Und so gehts:

100g getrocknete Blutwurzwurzeln (Tormentilla erecta radix), am besten stückig (d. i. gebrochen, nicht gemahlen)
mit 0,7 Liter 32% Kornbrand und 0,7 Liter Wasser ansetzen und mindestens 12 Tage in einem Glasgefäss an der Sonne ausziehen, dabei ab und zu schütteln.

70g getrocknete Mädesüssblüten (Filipendula ulmaria flos)(*) mit 0,5 l Wasser mischen und anquellen lassen, dann mit 38% Doppelkorn bedecken (evtl. mehrmals Schnaps nachgiessen und umrühren, Blüten müssen bedeckt sein) und ebenfalls 10 bis 12 Tage ausziehen, öfter schütteln oder umrühren.

Danach beide Ansätze fein abseihen und mischen.

Die Rückstände der Wurzeln und Blüten in einen emaillierten Kochtopf oder ein Edelstahlgeschirr zusammenschütten und folgendes zugeben:

30g getrocknete wilde Malvenblüten, d. i. Käsepappelblüten (Malva sylvestris flos) 
z. B. im Kräuterhaus Lindig in München erhältlich, auch online:
(Obacht, keinen Hibiskus verwenden, weil der extrem färbt!)

3 gehäufte EL des Pulvers "Henna blond" vom Drogeriemarkt Müller(**), daselbst bei den Haarfarben zu finden

Alles gut mit Wasser bedecken, kurz aufwallen lassen, von der Kochplatte ziehen und 10 Minuten ziehen lassen. 
Danach abseihen, auskühlen lassen, filtern und mit dem alkoholischen Ansatz mischen.

2 EL pures Aloe Vera- Gel unterrühren.

Fertig!

- zur Verdünnung!!! (1:1 mit Wasser)

Lagerung, Anwendung und weitere Info
siehe das ursprüngliche Rezept.

(*) Ein Problem bei getrocknetem Mädessüss aus dem Handel ist ihr stark schwankender Acetylsalicylsäuregehalt (ein Grund, weshalb sie der Verwertung durch die Pharmaindustrie ausgekommen ist)
Daher die vergleichsweise hohe Dosierung. 
In den Blüten ist eh relativ wenig ASS und wenn die Wirkstoffgehalte insgesamt nach dem Trocknen zu niedrig ausfallen bzw. das Trockengut zu lange gelagert wurde, funktioniert die Lotion nicht!

Deshalb empfiehlt sich, wenns denn schon die Trockenware sein muss, das selbst Sammeln und Trocknen (mit Unterlage, das Mädesüss lässt, zum Trocknen aufgehängt, viele ihrer Blüten fahren)
an einem möglichst sumpfigen, feuchten, eher schattigen Standort, an dem sich die Pflanze ordentlich strecken muss, um Sonne zu erwischen. Dort bildet sie, zum Selbstschutz, am ehesten viel Säure aus. 
Näheres zur Pflanze im Blog.

(**) enthält ausreichend Kamille, Cassia und Katechu)

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Mein Dank den vielen konstruktiven Rückmeldungen, allen Prüfern und Pröbchen- Sendern sowie Wilfried Ehrenfeld, der einen Versuch mit Malvenblättern unternommen hat und seine verwendeten Flüssigkeitsmengen beim Ansatz der Trockenpflanzen dokumentierte.

Anscheinend brauchts jedoch weniger die Schleimstoffe der Malve insgesamt als die Anthocyane, den Farbstoff der Blüte, als UV- Lichtblocker!

(nebenbei wirken die, laut naturheilkundlicher Jubelpresse der letzten Jahre, in der Haut und anderen Geweben als starker Zellschutz, d. h. wider die freien Radikale = instabile und daher zellaggressive Sauerstoffmoleküle)

Sollte noch jemand mit Malvenblättern gearbeitet haben und daher keine rechte Sonnenschutzwirkung erfahren: 

Einfach Malvenblütentee anstatt Wasser als Verdünnungsmedium zugeben und schon passts wieder! 

Zum Erhalt der antioxidativen Eigenschaft der Anthocyane kann man diesen als Kaltauszug bereiten: Mit warmem Wasser aufgiessen, ein paar Stunden ziehen lassen und abseihen.

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