Freitag, 15. Juni 2018

den hellhäutigen Radlern


Die üblichen Sonnenbrand- gefährdeten Stellen kennt ja jeder aus Erfahrung: Glatze, Nase, Augenpartie, Nacken, Schultern... 'Sonnenterrasse' ist alles, was annähernd horizontal zum Himmel gelegen ist. Gern vergessen werden bei gewohnheitsmässigen Flipflop- Trägern und Barfussläufern die Fussrücken, sowie die Unterarme und Handrücken bei Vielradlern, die keine Handschuhe tragen.

Ich möchte auf eine besondere Stelle hinweisen, nämlich den obenliegenden Hautbereich zwischen Daumen und Zeigefinger, der beim Griff um den Lenker nicht nur stark exponiert ist, sondern auch die ganze Zeit gedehnt wird. 

Einfach mal draufschauen und/oder sorgsam sunblocken, grad die Älteren unter uns – das ist eine der bevorzugten Stellen, an denen die Hautärzte im Alter das Messer ansetzen.

Donnerstag, 14. Juni 2018

Wasserstab


Diesen Hinweis möchte ich weitergeben:

Bei kristallos.de wird einen grösserer 'Astrophyllit' angeboten, etwa in der Dimension, die ich auch benutze.

https://www.kristallos.de/shop/besonderes/astrophyllit-kristall-xl/?cs_session_key=78606ddb3820478674d7

Habichtskräuter!!


Ums Mangfalltal herum wurde seit Jahrhunderten mit dem dort gebrochenen Kalktuff gebaut. Das ist kein echter Tuff, also kein Gestein vulkanischen Ursprungs, sondern einfach Kalksinter.

Kirchen, Mauern, Gedenksteine und Pestsäulen, auch noch den ein oder anderen kompletten Bauernhof sieht man aus dem porösen Gestein, das nicht verputzt wird.
Während an den schattig gelegenen Tuffhöhlen und Quellfassungen überwiegend kleine Farne aus den Mauern wachsen, siedeln sich an den besonnten Mauerstellen aromatische Kräuter an, die dort schön scharf werden.

Seitdem mir das aufgefallen ist, gehe ich lieber um alte Friedhofsmauern herum als mittendurch (die Friedhöfe).
Und was finde ich da seit einem Monat (und im Isartal kaum noch irgendwo, nicht mal auf alten Kiesbänken)? Habichtskräuter! Verschiedene davon!

Nun wird um diese Pflanze viel herummythisiert, speziell um das kleine Habichtskraut, das -und nur das- entheogen wirken soll. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es entscheidend wichtig ist, wo ein Habichts- Rauchkraut wächst und nicht welches.

Ähnlich wie ein hiesiger Gartenthymian ein blasser Abklatsch seiner Verwandtschaft aus dem Gebirge ist oder des Mittelmeerraums, ist ein Habichtskraut aus dem Garten zuvorderst ein hübsches Blümchen (oder 'Unkraut', immerhin essbar).
Da kann es so klein und gelb sein wie es will... Erst vom Berg mitgebracht, oder, bequemer, von sonnigem Kalkstein gepflückt, wird es zum guten Rauchkraut.
Auch das orangefarbene. Ich habe keine Unterschiede bemerkt zwischen den Arten und bin hochzufrieden mit meiner Friedhofsmauer- Ernte.


Zur Wirkung:

Schon ein kleines Blättchen aus der Rosette, in normalem Tabak zu einer dünnem Zigarette gedreht, ist wirksam, ab dem ersten Zug.
(Bei mir, wohlgemerkt, ich beschreibe hier meine Erfahrungen.)

Der Vagus fühlt sich offensichtlich gekitzelt, man kriegt einen guten Appetit davon. Dass der von einem fallenden Blutzuckerspiegel kommt, denke ich nicht (keine Schwäche oder Zittrigkeit, kein echtes Hungerempfinden).

Der Rauch macht gelassen und entspannt, aber nicht müde. Mehrmals wirkte er unmittelbar schleimhautabschwellend, zumindest im Kopfbereich, der wurde sofort freier, der Blick klarer. Stirn- und Nebenhöhlen, die ich gar nicht als gestaut oder sonstwie dicht wahrgenommen habe, öffneten sich und sonderten Sekret ab.

Eher zufällig habe ich bemerkt, dass mir das Habichtskraut beim Fokussieren hilft (Vielleicht kommt daher der Name?)
Ich konnte mich lange und anhaltend vertiefen, obwohl jemand in unmittelbarer Nähe mit einem lauten hochfrequenten Werkzeug herumfräste und sich dabei unüberhörbar schwertat.

Ich habe mir daraufhin ein paar Blättchen in die Tabaksdose gelegt und noch zweimal diesen Effekt wiederholen können:

Einmal in der Sauna, als mich in einer Situation das Grausen packte. Ich ging eine habichtskraut- gewürzte Zigarette rauchen und konnte mich für den Rest des Nachmittags distanzieren. Obwohl bei dem Ekelanfall der Geruch mitspielte, und was diesen Sinn angeht, bin ich eine ausgesprochene Mimose.

Dann beim Schwimmen am Sylvensteinsee. Da nahm mir ein mitgedrehtes Blättchen ein lästiges Drohnengesums vom Schirm. Das Wasser, der See hatte danach meine volle Aufmerksamkeit. Sonst krieg ich gleich immer so ein Luftgewehr-zuleg- Gefühl, es regt mich nicht nur akutisch auf, wenn die Dinger filmend über dem Ufer stehen.

Soweit die praktisch-nützlichen Hinweise, eventuell auch für andere irritable Zeitgenossen interessant.

Das Kernstück ist m. M. n. aber schon das Scharfstellen, das Vertiefen, Versinken in einer Sache, einem Zustand, einer Wahrnehmungebene, die man selbst leicht auswählt und wechseln kann. Sehr schön ist das, wenn man in die Steine geht, zu Felsorten oder den privaten Schätzen.

Auch erscheint die innere Zeit dichter als die objektive Zeit, d.h., 'draussen' ist weniger Zeit vergangen als erwartet. Das ist der gegenteilige Effekt, den ich sonst kenne bei intensiver Versenkung oder einem Flowzustand, in dem die äussere Zeit eben vergeht wie im Flug.

Dienstag, 12. Juni 2018

Keine Wolfsmilch in Augennähe!


Ich schrieb bereits zur Anwendung der Gartenwolfsmilch bei Lichtkeratosen

Bitte auf keinen Fall Wolfsmilchsaft (von welcher Euphorbie auch immer) ins Auge gelangen lassen! Er ist stark reizend und kann dort schwere Schäden hervorrufen, die unbehandelt zur Erblindung führen können. Nicht umsonst wird empfohlen, beim Beschneiden von Euphorbien nicht nur Handschuhe, sondern auch eine Schutzbrille zu tragen.

Auch, wenn der Pflanzensaft auf dem behandelten Fleck schnell einzieht und auftrocknet, ist er doch wasserlöslich und kann beim Waschen in die Augen gelangen. Schon Spuren davon lösen eine schmerzhafte Entzündung aus.

Dann sofort unter den Wasserhahn, die Lider mit den Fingern auseinanderziehen und das Auge spülen, spülen, spülen, vom inneren Augenwinkel nach aussen, > 30min., mindestens solange bis nichts mehr brennt. Ärztliche Hilfe anfordern, die wirklich auch noch den allerkleinsten Rest ausspült und ggf. eine tiefergehende Entzündung ausbremsen kann. 

Da man nicht selbstverständlich davon ausgehen kann, dass der Augenarzt sich mit Euphorbienlatex auskennt oder wenigstens von sich aus den Giftnotruf konsultiert, möge man selbst darauf bestehen.

Donnerstag, 31. Mai 2018

Schmerzbefreit


Aus der aktuellen MUH (Zeitschrift) erinnert:

Kommt einer arg zugerichtet von einer Masskrugschlägerei heim. 
Er erholt sich recht schnell und ist kurz darauf wieder ganz der Alte. Seine Ehefrau aber beschwert sich zwei Wochen später:

Jetzt gehst ma endli zum Dokta und lossta den Scherm aussaziang! Du arwast no olle Kopfkissen auf.

Das ist nur ein Witz und doch wahr. Es ist nicht zu gendern, worauf es wem ankommt, persönlich und ehetechnisch...

Samstag, 26. Mai 2018

Blütenwasser vom Jakobs- Greiskraut


das uninteressant macht für Stechmücken.

Die Pflanze steht hier aktuell kurz vor der Blüte (und vor der Ausrottung...)

Hier nochmal die Zubereitung: Ein aufgeblühtes Jakobs- Greiskraut (giftig) bei sonnigem Wetter heimsuchen, von seinen Bewohnern befreien und den ungepflückten Blütenstand in ein weithalsiges, ungefärbtes Glasgefäss senken, das mit frischem Wasser gefüllt ist. 
Ich nehme dazu ein Wein- Dekantiergefäss.

Das Arrangement mindestens ein, zwei Stunden in Ruhe lassen, dann die Blüte wieder herausziehen. Das Wasser stehen lassen bis zur Klärung, dann grosszügig über dem Bodensatz abgiessen und mitnehmen. Es wird mit einem Schuss Schnaps konserviert und dunkel gelagert. 
Für den Einsatz wird ein kleines, dunkles Tropffläschchen befüllt und bei Bedarf kurz und kräftig verschüttelt, dann wenige Tröpfchen davon auf die Zunge genommen.

Wer lieber in die Apotheke geht oder habituelles Opfer ist:


Das homöopathische Standardmittel für derart Mückengeplagte ist Staphisagria.

Es hilft denen, die in einer Gruppe zuerst, manchmal als einzige angeflogen werden und unter den Stichen besonders leiden, auch eine starke Hautreaktion und -jucken entwickeln. 
Sie haben tatsächlich oft das sprichwörtliche 'süsse Blut', wie der Volksmund weiss, also eine Tendenz zu erhöhtem Blutzucker.