Samstag, 5. Juni 2021

Frauenschuh

 

Cypripedium pubescens
(im Hintergrund: Weisses Waldvöglein)

In der Homöopathie (Tiefpotenzen) das Mittel für die sog. Nachtlichter

(Klein-) Kinder vor allem, aber auch Pubertierende, die nächtens ihre hellste Zeit haben und den Zustand, den andere als Schlaflosigkeit beklagen, in aller Munterkeit geniessen. 
Sie spielen und werken, sind redselig und in jeder Hinsicht gut drauf.

Der Tölzer Homöopath Dr. Willibald Gawlik (1919 – 2003) hat gerne über diese heimische Pflanze und die Nachtlichter referiert, deren Eltern das Mittel so gut geholfen hat.

Freitag, 4. Juni 2021

zu Beckenschiefstand u. a. Krampf & Knoten

super Youtube Kanal zur Selbstbehandlung:

Liebscher & Bracht

Mit einigen Übungen, um den Hüftbeuger aus dem Dauerkrampf zu holen. Ich habe im Post Freizittern schon darauf hingewiesen, dass diese Muskelgruppe, wenn verkürzt, für etliche Beschwerden verantwortlich ist, die man ihm auf den ersten Blick nicht zuordnen würde. 

Auf Frauen-, Psycho- und Yogaseiten wird der Iliopsoas auch 'Seelenmuskel' genannt, da er im verkrampften Zustand über den Faszienweg -mindestens- auch aufs Zwerchfell wirkt und von dort aus, via Vagusnerv, dem Organismus ein ständiges Angstgefühl vermittelt.

Das Zittern, mit dem in der Bioenergetik nach Reich/ A. Lowen gearbeitet wird, wie auch in der Traumatherapie mit TRE, geht übers Dehnen hinaus.
 
Die in der Dauerspannung geschluckte, blockierte Energie wird im provozierten Zittern autonom freigesetzt, die Muskelgruppen erwachen auch vegetativ (jenseits der bewussten Steuerung/ Manipulation)) und wagen sich wieder den Bewegungsumfang, für den sie angelegt sind.

Sonntag, 30. Mai 2021

Kalk und Granit, gegensätzlich


Der Geologe und Erdkundelehrer Hans-Ulrich Schmutz beschreibt in seinem interessanten (to whom it may concern, natürlich nur) Buch "Acht geologische Exkursionen durch die Alpen", wie sich das Verhalten seiner geführten Schülergruppen jeweils änderte, je nachdem, welchen Untergrund sie gerade überwanderten an einem Tag. 

Abgesehen davon, dass Kalkgestein rutschiger, zerklüfteter und brüchiger ist und deshalb die Konzentration stärker beansprucht, waren die Kalktage insgesamt anstrengender. Die Stimmung war gereizt und labil, kleinere Zwischenfälle wie ein Insektenstich weiteten sich zum Drama aus und steckten die ganze Gruppe an. 

Die Tage auf Granit dagegen beschreibt er als rund, die Stimmung freudvoll-gespannt und kein Grüppchen störte das andere, wenn es gerade in irgendwas vertieft war.

In einem weiteren Exkurs geht es darum, wie Wasser welches Gestein affiziert.
Anders als man denken würde, ist Granit nicht wasserdicht und verträgt sich gut mit Wasser, weil es sich gegenseitig nicht beeinflusst. 

Granit lässt auch ohne Risse im Fels Wasser entlang der Korngrenzen langsam ein- und durchsickern, wobei nichts oder kaum etwas aus dem Gestein gelöst wird. 
Der Boden über Granit bleibt deshalb auch länger feucht als auf Kalkstein, in dem Wasser ganz schnell verschwindet. 
Unter Granitfels wird es einfach nur feucht, da quillt und sprudelt nichts, und das granitgefilterte Wasser bleibt weich, also kalkarm.

Kalk hingegen wird vom Wasser angelöst, es bleibt in Ritzen stehen und der Stein wird durch Fröste aufgesprengt, wodurch er leicht erodiert. 
Hohlräume und Gänge im Gestein werden ausgewaschen, daraus entstehen Quellen, aus denen das Wasser, nun kalkhaltig, fliessend austritt. 

Schmutz interpretiert das Verhalten des Kalks als dem Wasser entgegenwirkend (mei, er ist Anthroposoph) und sieht darin den Grund, warum Kalkgestein durch Wasser Schaden nimmt

Ich finde die andere Seite, die Perspektive des Wassers quasi, gleichwertig. Es begibt sich im Kalk in die Starre, an dessen Grenzen es fliessen, sich abarbeiten und anreichern kann.

Aber es stimmt schon, wo ein Fluss an Grenzen kommt, erodiert er sie, das gehört zusammen.


kein Kalkfels, passt aber optisch

Kalk (Gestein: Kalziumcarbonat)
 
Eine unbegreifliche Menge davon – wenn es sogar noch für Gebirge langt – sedimentierte durch die Zeiten hindurch und versteinerte unter Eigengewicht und Druck.
Astrologisch könnte man sagen, das ist Mond (Calcium) auf der Achse seines Antagonisten Saturn (Zeitläufte).

Ein bisschen dieses Mond-Saturns tragen wir alle in Blut, Knochen und anderen Zellen mit uns herum. Sogar makrokristallin – winzige Calcitkristalle ermöglichen unseren Lagesinn im Gleichgewichtsorgan und sind essentiell für die Funktion der Zirbeldrüse.

Jedes Lebewesen besteht aus Mineralien, die es zeitlebens in Lösung akkumuliert und zirkuliert, bis es sie im Tod wieder zurückgibt an die Erde. 
Steine haben diesen Prozess, fürs erste, hinter sich. Sie ruhen, zumindest aus der Perspektive der Menschen- Zeit.

Granit ist literal durchs Feuer, durch die Hölle der Unterwelt gegangen. In der völligen Schmelze ins Erdinnere subduzierter Landmassen verkocht jede Struktur. Bei der langsamen Abkühlung im erneuten Aufstieg über Jahrmillionen hinweg bilden sich nach und nach die Kristallkeime seiner künftigen Bestandteile Feldspat, Quarz und Glimmer, die sich beim weiteren Wachstum ineinander verzahnten und so das kompakte Gestein formten. 

Granit zählt demnach zu den Plutoniten.

Im Idealfall ist im Granit das Plutonische verwirklicht in dieser Durchlässigkeit. Granit ist wie ein Katalysator, im Wasserzyklus beteiligt als Filter, Speicher, Informationsmedium. Es ermöglicht den Wasserzyklus, ohne etwas von sich abzugeben oder sich dabei zu verändern. 
Es ist einfach da und bleibt was es ist, inert, gleich-gültig, so könnte man diesen Zustand vermenscheln. 

Wolken dürften in diesem Zyklus der Gegenpart sein zu den Plutoniten. Leicht gebildet, schnell veränderlich und unbremsbar freigiebig, wenn die Fülle überläuft, um die sie sich nie zu kümmern brauchen.

Im Hochsteigen aus der Tiefe durch vulkanische oder magmatische Schichten reift das Wasser (laut Schauberger) und wird besonders rein und gesund (aufnahme- und transportfähig) für den Menschen, eine Qualität, die Oberflächen- oder hochgepumptes Wasser verloren haben soll. 

Keine Ahnung. Ich habe einen grösseren Granitkeil aus der Isar, Herkunft wahrscheinlich Bayrischer Wald, d.i. aus irgendeiner Flussverbauung. Wenn ich ihn in der Hand halte und das Leitungswasser dort drüberlaufen lasse, schmeckt es hinterher anders. Mit dem Keil einfach im Krug platziert nicht.


Nun leben wir hier am Alpenrand mitten im schönsten Kalkalpin, aber auch auf der Subduktionszone, quasi ständig von der afrikanischen Platte überfahren, die uns langsam gen Erdinneres hinabdrückt.
Und ich bin herzlich froh und dankbar um die vielen Quellen, die Bäche und Bacherl am Berg, die Isar, die Seen und das gute kalte Wasser, die schönen Plätze die es schafft.

Das übertrieben Aufbrausende und das Gemüthafte, das den Oberbayern im Doppelpack zugeschrieben wird (Essig auf Kalk? Von wem eigentlich?) bringt auch niemanden um, höchstens mal bei Föhn oder den Erdkundelehrer, der einen Schwung wiver Sechstklässler zum Abzeichnen von Gesteinsformationen anhalten will.

Ich würde es eher barock nennen oder latent hysterisch, leidenschaftlich oder -fähig, stur-heil. Alles Eigenschaften, die z.B. ein Künstler braucht, ein Musiker, guter Handwerker, Koch, Heiler... die Berufe eben, die sich ums Leben drehen und ihm Ausdruck verschaffen.


Kalkstein vom Wendelsteingipfel,
mit noch nicht ganz plattgemachten Spuren seiner Abkunft.

Samstag, 29. Mai 2021

Basaltgestein vom Osthang des Taubenbergs – Rätsel gelöst!


Zu den untenstehenden Fotos noch, die von einem Brocken von dort stammen. Ich habe noch etliches anderes Gestein gefunden, das ich für Basalt halte, und zwar im Lehm des Bachrandes und in den Kiesbänken.

Haben mich die Serpentinfunde noch gewundert, nach den Basalten wars mir plötzlich klar.

Sowohl das eine wie das andere Gestein (die in quantitativ ineinander übergehen können von reinem Serpentinit bis zu 'leerem', Basalt) kann eigentlich nur auf Rädern dort hingekommen sein, da es den vulkanischen Untergrund, in dem sie entstehen, ja weit und breit nicht gibt. 

Da es teils sehr grosse Brocken sind (10x7x8cm gross z.B.) wurden sie, m.M.n. am wahrscheinlichsten, bei der Aufschüttung der Bahntrasse nach Miesbach (Inbetriebnahme 1861) als Schotter im Untergrund des Gleisbetts verwendet, oder beim Strassenbau, oder sie sind beim Rückbau von Unterthalham ab 1930 als Bauschuttreste liegengeblieben (der 'reine' Serpentin). 

Alles davon ist lang genug her, um im fliessenden Bachwasser ursprünglich scharfkantige Schotterstücke rund zu kugeln und aus einstiger Fassadenzier Bachkiesel zu schleifen, die ihre Finder ins Grübeln bringen.


Magma schon auch!

Dies nur der Vollständigkeit halber, wobei ich grad dabei bin, den 'leeren' Basalt zunehmend interessant zu finden und die -recht vielfältigen- Mischlinge erst recht.

Mittwoch, 26. Mai 2021

Olivin, Chrysolith, Peridot

ist mineralogisch wohl dasselbe:
Grün- bis goldfarbenes Magnesiumeisen(II)silikat.

Als Olivin wird generell das Mineral bezeichnet, 
Chrysolith nennt man es als Heilstein, 
dito die Zubereitungen der anthroposophischen Medizin, 
Peridot ist die apfelgrüne, klare Varietät, die zu Schmuck verarbeitet wird.


Hier die ca. 50x Vergrösserung einer älteren Bruchstelle, Teil meiner gestrigen Beute: Der Regen hatte frische Serpentinit- Stücke aus der Erde eines Grabens gewaschen.


Eisen ist zu erkennen


und eine ?- 'Ader', ohne das starke LED Licht erschien sie zwischen gelb und kupferfarben.


wie eine Folie im Spalt


In der anthroposophischen Medizin wird das Mineral augenheilkundlich eingesetzt bei chronisch entzündlich-degenerativen Prozessen, z.T. verbunden mit Farbtherapie. Hier wird der Bezug zu verschiedenen Licht- Qualitäten hervorgehoben.

'Stärkt den Sehsinn und fördert die Einsicht in das Verborgene' – Farbe, Eisen und Silizium stärken die Sinneswahrnehmungen.

Chrysolith ist erhältlich von Weleda: Ampullen D12, D30; Salbe D4; Verreibung D6 - D30.

(...)
Magnesium (erzeugt im Verbrennen das hellste Licht aller Metalle), Eisen (funkenbildendes Metall) und Kieselsäure (lichtdurchlässiger Quarz) zeigen gleichermaßen eine intensive Lichtbeziehung, das Mineral bildet sich außerhalb der Erde (Meteoriten) wie in frühen Mineralbildungen der Erde.
(...)

Quelle: Aus einer Vademecum- Leseprobe Chrysolith auf S.96

Magnesiumverbindungen allgemein werden bei psychosomatischen Herzbeschwerden verwendet; 
Magnesium carbonicum = Magnesit (Weleda) ergänzt in der Herztherapie die Herzmassage mit Chrysolith-Salbe.

In der Hildegard- Medizin

festigt der Stein laut Hildegard das Wissen, das von Herzen kommt: 

"Wer über ein gediegenes Wissen und gute Fähigkeiten verfügt, soll daher diesen Stein an sein Herz legen, und solange dieser da liegt, werden das Wissen und die guten Fähigkeiten bei ihm nicht schwinden". 

Bei Herzschmerzen soll man laut Hildegard einen Chrysolith in Olivenöl tauchen und mit dem Stein anschließend die schmerzhaften Körperstellen massieren.

(Zum Inhalt des ganzen letzten Abschnittes habe ich keinerlei persönliche Erfahrung, der ist hier nur informationshalber reinkopiert aus diversen Quellen.)

Montag, 24. Mai 2021

Serpentin, oder? – in einem Isarkiesel


es gibt Serpentinit gröber, grösser in anderen Steinen, aber dieses feinkörnige Granit Diorit(*) Ei hier ist mir neulich hergegangen und ich habe mich gefragt, woraus diese grünen, begrenzten Flecken wohl bestehen. 
Kaum schrieb ich über den Serpentin, ging mir ein, ok, Teelicht der Vermutung auf.

(*) Diorit ist wie Granit, nur mit kleineren Kristallen. 
Je langsamer die Magma abkühlt, in der sich das Gestein bildet, umso länger haben die Kristalle Zeit zu wachsen und grösser zu werden. Diorit hat sich demnach schneller formiert als Granit)


Es sind auch kleine grüne Einzelkristalle im Quarz verstreut, die der Steinoberfläche zum Teil eine gelblich-grüne Schliere verleihen, die man auf den ersten Blick für eine äussere Verfärbung halten könnte.
(Mit dem Pad wars mir nicht möglich, diese zu fotografieren.)


Auch ist meine Hand nicht ruhig genug, eine stärkere Vergrösserung abzuknipsen als diese hier


aber es war zu sehen, dass die grünen Flecken rote und gelbe Einsprengsel enthalten und von Biotit (=schwarzer Glimmer) umhüllt sind. 

Es könnte Olivin sein, irgendwas Serpentiniges eben. Jedenfalls ist mir noch nie ein ähnlicher Stein begegnet, also Diorit mit so würmchenartigen Strukturen. 

Wem dazu was einfällt, gerne!

Und jetzt schwing ich mich auf die Vespa und brause ins Fundgebiet, zwei Serpentine zum Verschicken suchen. 
Aber das wars dann auch, ich bitte höflich drum, den vor-vorigen Post nicht als Angebot zu verstehen, Steine für andere zu finden. 

Google Bildersuche benutzen, es gibt Serpentingestein en masse auf dem Markt, wozu muss es unbedingt ein 'wilder' Stein sein?