Sonntag, 17. November 2019

Barfuss bergab und die Notfall- Kanüle


80er Jahre- Modi fallen mir immer auf, wenn sie wieder auftauchen, so wie jetzt. Ich mochte und mag diesen Zeitgeist. Barfussgehen im Alltag war damals nichts sehr Besonderes, zumindest nichts, woraus man ein Thema gemacht hätte.

Nun fallen mir zunehmend Medienberichte drüber auf, nicht nur bei Frau Bobert, sowie die Wiederkehr der Alltags- Barfüssler. Bisher habe ich nur Männer gesehen, mitten im gutbürgerlichen Isartal, trotzdem es nachts schon Minusgrade hatte und Salz auf den Strassen.

Zum barfuss Berggehen möchte ich eine Erfahrung loswerden, die bei den Beiträgen immer ausgelassen wird: 

Der Abstieg 
ist ein Schwachpunkt und kann für Ungeübte, also Flachland- Barfüssler, sehr schmerzhaft bis unmöglich werden. 
Beim Anstieg ist man leichtfüssig und schneller unterwegs als mit den klobigen Stiefeln und dieses Gams- Gefühl verleitet dazu, die Schubkraft aus dem vorderen Fuss zu holen, anstatt aus der Hüfte und gesamten Beinmuskulatur. 
Damit wird die Sehnenplatte der Sohle ständig unter Dehnung belastet. Vor allem, wenn man ohne Stecken geht ist das der vielleicht ärgste Fehler, den man unbewusst machen kann.

Beim Abstieg, bei umgekehrter Belastung, steht dann der überdehnte Bereich nicht mehr voll zur Verfügung, er hat sich quasi reflektorisch ausgeklinkt, zumindest war es bei mir so. Ich hatte auf den Wendelstein rauf meine Stiefel erst gar nicht angezogen. Das war an einem schönen Sommertag und die erste Tour der Saison. Als ich dann bergab, vor dem Queren einer Schuttreisse, zum Schutz der Knöchel in die Stiefel gestiegen bin, da wars schon zu spät. 

Nach einer Viertelstunde schmerzten die Sohlen, zuletzt der ganze Fuss und ich habe eine halbe Ewigkeit runter gebraucht von diesem nicht sehr hohen Berg. Am Ende kam ich nur noch rückwärtsgehend einigermassen vom Fleck. Das blosse Auftreten war mit und ohne Stiefel gleich schmerzhaft.

Zum Eingetretenen

Dann finde ich persönlich eine Injektions-Kanüle im Barfuss- Notfallpack praktischer als eine Pinzette. 
Grad, wenn man sich was Kleines, Feines senkrecht versenkt hat wie z.B. diese winzigen Brombeerstacheln, die auch noch gern brechen beim Rausziehversuch, oder einen dünnen, unsichtbaren oder sonstwie schwer zu greifenden Glassplitter.
  
Ich hab immer eine gelbe Kanüle im Geldbeutel dabei, das Format finde ich am besten. 
Die angeschliffene Spitze ist unter der Kappe sicher verpackt und 100% scharf.
Ausserdem hebelt man damit auch viel müheloser Schiefer aus dem Finger als mit einer Nadel, man kann sich Ledernäharbeiten erleichtern, Ohrlöcher stechen, Mineralien, Schmuck und anderes Kleinzeugs reinigen... 100 St. reichen eine Weile, auch für die grössere Verwandtschaft. Eine gute Pinzette ist teurer.

Erfahrungsgemäss tritt man sich aber so schnell nichts ein, weil man erstens schnell eine ledrige und  tiefenbewegliche Sohle kriegt, die den Boden von selbst liest und im übrigen auch die gefühlte Temperatur reguliert (bei etwas Geduld :). 

Und weil man barfüssig viel besser aufpasst und den Untergrund genauer spürt. Bei Plattfüssen und starkem Übergewicht mag das anders sein, das weiss ich nicht, ich würde es jedenfalls langsam angehen. Von Läufern weiss man, dass es etwa 6 Monate dauert, bis sich Sehnen, Gelenke und Skelett auf die neue Bewegung einstellen, während die lange Muskulatur dazu nur Tage braucht. Bis sich also, bei Senk-, Spreiz- Knick-..., die physiologischen Fussgewölbe wieder aufbauen, kann das ein halbes Jahr dauern.

Und wenn doch etwas Eingetretenes drin geblieben ist und nicht gleich schmerzt, dann reicht es meistens, sich dem Eindringling daheim in aller Ruhe, bei gutem Licht und gewaschenen oder eingeweichten Füssen zu widmen. 

Und evtl. homöopathisches Hypericum einzunehmen bei tetanusverdächtigen Wunden (= nicht blutend, tief endend, unter Luftabschluss, unter dem Zehennagel gelandet oder einer Hornhaut).
Wenn gefühlt was drin, aber nichts zu finden oder zu greifen ist, treibt homöopathisches Silicea den Fremdkörper aus, in C- Potenz nehmen, auch zusätzlich als Fussbad, ein paar Globuli im Wasser aufgelöst.

(Ich bin seit dem ersten Schnee draussen in Lammfellstiefeln unterwegs, also weich, trocken und warm, und das bleibt auch so.)

Montag, 21. Oktober 2019

Die wirklich üblen Plastiktüten


Bergkonsumenten mit kleinen Kindern, nehmts doch wenigstens Eure Windeln wieder mit heim!

Jedes Jahr, wenn die Pestwurzblätter welken und die Brombeeren, taucht auf, was in Gräben und in Bäche, unter Felsen, in Spalten... von Euch entsorgt wurde. Und sogar noch am Parkplatz hinterm Auto...

Auch von den Hütten müssen die Windeln wieder runtertransportiert werden — ist doch eigentlich klar?

Samstag, 12. Oktober 2019

Sabine Bobert


Eine Frau, deren Beiträgen im Netz ich schon länger folge.

Sie ist eine Reformatorin im Wortsinn, sie klopft Religion von der kulturellen Verkrustung der Kirche(n) frei mittels Methoden des frühchristlichen Mönchtums, die sie lehrt in Vorträgen und Seminaren. Übrigens unabhängig vom Christentum, wie sie betont.

Bemerkenswert, dass ihre Uni sie gewähren lässt — als Theologie- Professorin. 
Bezeichnenderweise hat man sie aus einem katholischen Kloster, in dem sie ein Seminar hielt und kardiognostisch arbeitete, also ihre Herzensichtigkeit einsetzte und den Zugang dazu lehrte, wieder ausgeladen, bzw. man würde sie das nächste Mal unter Aufsicht stellen, falls sie das wieder vorhätte...




Sonntag, 11. August 2019


Zeicheinfund am Brückengrund, ergänzt

Isarregen


Wenns regnet an der Isar
rauscht sie dahin in Ruh
all den Booten, die nicht fahren,
schau ich am liebsten zu.

Die Steine bunt, die Flechten weich
das Treibholz rabenschwarz
Fichtenwurzeln, rot und kraus
adern aus dem Baaz.

Die Weide tropft mir ins Genick,
am Fuss hängt Schneckenschleim
das Eispapierl hüllt im Zerfall
die Gösser- Dose ein.

Irgendwann wirds heller, stiller
die Wolkenwand steigt endlich auf
ein Abendwind verbläst die Schleier
aus ihrem dunklen Bauch.

Wasserlacken, flach im Fels
spiegeln den Himmel wider
weissgelb, mit scharfem Astgewirr
unsichtbar bleibt der Flieger.

Freitag, 9. August 2019

Tulsi, Erfahrungen


Hier meine Erfahrungen mit dem alkoholischem Auszug des getrockneten Krauts (Teedroge) über 6 Wochen.
Ich kenne die Pflanze selbst nicht, nur von dem Zweigerl, das beim Thai frisch neben der Suppenschüssel liegt, zum selber dosieren, weil nicht jeder den starken Geschmack dieses Gewürzes mag.

Den Auszug bereitete ich mit Enzian, ca. 1|3 Droge, 2|3 Schaps über 4 Wochen im Tageslicht, aber ohne direkte Sonne, täglich bewegt. Nach 3 Tagen filterte ich den ersten Auszug ab und setzte ihn mit frischem Enzian nochmal an, am Ende mischte ich beide Extrakte zusammen. 

Einnahme anfangs täglich 5 Tr. abends, als ich nach einer Woche die Wirkung erkannte, nur noch 3 bis 1 Tr.
Es zeichnete sich eine bestimmte Abfolge ab.

Zuerst war der stark schlaf- bzw. einschlaffördernde Effekt im Vordergrund, der unmittelbar nach Einnahme einsetzte, worauf ich die Dosis reduzierte. Üblicherweise lese ich gerne noch etwas Interessantes vorm Einschlafen und habe einen entsprechenden Bücherstapel neben dem Bett. Mit Tulsi wurde er uninteressant, ich wollte nichts Äusseres mehr wissen und freute mich nur noch auf den Schlaf.

Bald zeigte sich eine zunehmende 'Darmreinigung'. Ich esse unregelmässig und insgesamt eher nicht viel, hatte aber tagelang morgens massige Stühle, fest, aber gallig und gut eingeschleimt und von beachtlichem Gestank. Das dauerte ein paar Tage, dazu kam stark gefärbter Urin und vermehrter Haarausfall, vor allem die (ersten) grauen Haare verabschiedeten sich.

Die Haut über dem Steiss schuppte sich eine Woche lang.

Was bis jetzt anhält, ist ein eigenartiges Schlaf- und Traumgeschehen.
Oft wache ich nach zwei Stunden wieder auf oder ein Traum mit körperlichen Empfindungen weckt mich. Es war mir mehrmals so, als würden elektrische Schocks die Wirbelsäule durchfahren, es schüttelt mich quasi epilepsieähnlich, bis ich (erleichert) erwache, einmal darüber hinaus.
Hinterher gehts mir gut, manchmal bleibt ein sausendes oder erhitztes, durchgekochtes Gefühl zurück. 
Einmal waren die Schockwellen begleitet von einem deutlichen Sterbetraum mit kurzer Angst dabei. Ich stand in der Bäckerei am Tresen und wurde bedient, als eine Art langsamer Blitz durch meine Wirbelsäule fuhr und sie zerlegte.
Ich schwitze öfter und mir ist es (zu) heiss beim Schlafen. Manchmal erwachte ich mit Wut und Hassgefühlen, die genauso schnell verfliegen, wie sie auftreten.
Trotzdem bin ich morgens gut erholt und ausgeschlafen, auch, wenn es nur wenige Stunden waren. Ich brauche nicht viel Schlaf und auch sonst wenig (Äusseres: Essen, 'Unterhaltung' aka Lesestoff, Netz, YouTube hören usw.)

Wenn ich an der Isar bin oder sonstwo im Gelände unterwegs (leider ist grad wenig Zeit dafür), ist die Wahrnehmungsschärfe hoch, alles sehr intensiv, vor allem das Wasser und die Steine, der Wald eindrücklicher. 

Im Verkehr muss ich aufpassen. Ich mag die übliche Schutzkleidung (Lederjacke, Handschuhe) nicht anziehen und drifte schnell in den Leichtsinn ab, bin zu schnell unterwegs, zu entspannt und leichtsinnig (alles eher unüblich für mich), neulich wäre ich morgens vor lauter Schwung fast in ein entgegekommendes Auto gekracht und war, im Gegensatz zu dem Fahrer, nichtmal sonderlich erschrocken. Dann habe ich mir aus Unachtsamkeit den rechten Zeigefinger zwischen den Blechen eines Tischbocks gequetscht.

Ich habe mit der Einnahme nun aufgehört. Zuviel Energie auf zu wenig 'Kanal', so kommts mir vor. Wenn Zeit ist (das Chaos in Wohnung und Arbeit bewältigt), möchte ich den Tulsi-Auszug homöopathisch potenzieren.

Stofflich genommen scheint er eine Art energetische Wurzelbürste zu sein, die Potenz zur Drahtbürste dahinter ist spürbar (von der Sorte zum Aufstecken auf die Bohrmaschine) und das reicht mir fürs Erste.