Mittwoch, 26. Juli 2017

Gemischter Salat


Schon die blau-grüne Farbe des Giftlattichs weist auf seine neptunische Verwandtschaft hin. In der Homöopathie ist er eine gut geprüfte Arznei, öfter angewandt als der Kopfsalat oder der wirkstoffreiche geerntete Milchsaft dieser Pflanze (Lactucarium lactuca virosa).

Nun fand ich auf magischepflanzen.de einen Artikel zu diesem Kraut, das auf eine volksmedizinische Bedeutung als Beruhigungsmittel zurückblickt, ähnlich übrigens den Kopf- und Gartensalaten (Lactuca sativa), die ausgewachsen auch einiges an -angeblich- neutralem Milchsaft hergeben und schon den Römern als sedierende und appetitanregende Speisen galten. 

Wenn man den Wurzelstrunk eines Kopfsalates mitisst oder den aufgeschossenen Stängel, macht sich eine harntreibende Wirkung als erstes bemerkbar, soweit meine Erfahrung.


Blüte des Kopfsalats

Für meinen Geschmack hat man den Gartensalaten das Bittere zu sehr rausgezüchtet, ich treibe keinen Aufwand mehr, die Pflanzen anzubauen, was vor allem bedeutete, sie vor den Schnecken zu bewahren.

Mein Haupt-Salat ist der allgegenwärtige Löwenzahn, von der jungen zartbitteren Wurzel im Frühjahr bis zu den letzten Blatttrieben im Herbst. Er ersetzt in der warmen Saison den geliebten Radicchio, den ich mir in seinen geschmackvollen Varianten aus Münchens Türkenviertel mitbringe, da die Bioladen- oder Supermarktpflanzen vergleichsweise fade Gewächse sind und hiesige Gemüsehändler sich die guten Sorten mit Gold aufwiegen lassen.

Ich kenne den Giftlattich vom Räuchern, da erzeugt er eine innerliche Reisestimmung, in der Wirkung ähnlich den Maidal- Nüssen, nur intensiver. Ich mische ihn dafür mit Waldsalbeiblättern, zwengs der Viriditas im Raum, die getrockneter Giftlattich alleine vermissen lässt. 

Rauchen, inhalieren mag ich ihn nicht, er ist mir zu kratzig und in der Wirkung viel zu hammerartig (soviel zu der erwähnten 'milden' Rauschwirkung – für Leute, die ans Kiffen gewohnt sind, mag es ja so sein). 


Giftlattich

Mir ist er erstmals vor vielen Jahren aufgefallen, weil er immer zwischen den Steinplatten vor meinem Schlafzimmer aufging, wo ich ihn auch wachsen und aussamen liess. 
Damals bemerkte jemand: Aha, bei Dir kummt ja da Jagasalod! (Jägersalat). Mittlerweile weiss ich, dass unter diesem Namen (lokal) alle möglichen Pflanzen firmieren, die mit einer strahligen Blattrosette ins Wachstum starten.

Ähnlich im Inhalt wie o.g. Link:
Giftlattich auf der sehr umfangreichem Infoseite bewusst-vegan-froh.de, auf der sich auch sonst gut herumlesen lässt, wenn man sich nicht an der schlechten Übersetzung amerikanischer Artikel stört.

noch was


Es landen immer wieder mal Anfragen von xing, facebook etc. im Postfach – manchmal von Menschen oder Unternehmen, die ich gar nicht kenne.

Da ich darauf nicht antworten kann, hiermit nochmal: Liebe Leut, mit dem Googlekonto ist der äussere Rand meines sozialen Netzwerkens schon erreicht.

Auch lässt die auf meiner Webseite angegebene Händinummer keine SMSen durch (und whatsappen tu ich auch nicht.)


Dienstag, 25. Juli 2017

Fernsehabend


Silvana Heißenberg auf Querdenken TV
Berufsverbot im „freiesten Staat, den es je auf deutschem Boden gab"

Hier musste ich an Eva Herman denken und das inszenierte Drama, mit dem sie damals bei Johannes Kerner im ZDF öffentlich vernichtet werden sollte

Den Ausschnitt habe ich mir eben nochmal angesehen. Das hysteroide Genäsel, das theatrale Geklage dieser Weiber (ihre Gesichter gibts in anderen Uploads in besserer Bildqualität), die künstliche Aufgeregtheit, die gegackerten Sozialfloskeln, das gelogene "sorry" und "tut mir leid" in Wiederholung – eigentlich eine mittelmässige Groteske, nur nicht für Frau Herman – damals. 
Gut, dass diese Szene dokumentiert ist. 
Es war vielleicht der erste Hexen- Schauprozess im TV? 
Zumindest war es der erste, der für die Inquisitoren nach hinten losging.

Für Eva Herman war der Sprung ins Eigene ein freier Fall. Man hat ihr nach dem Rauswurf beim NDR bekanntlich das Konto gesperrt, von weiteren Repressalien und dem Geifer der Herdenmedien ganz zu schweigen – es war eine uranische Erfahrung der harten Sorte.
Und doch war es initiatisch für ihr weiteres Leben, sie macht jetzt ihr Ding, geistig weit jenseits dieser Larven, zusammen mit anderen Eigenständigen. Sie ist nicht, wie diese, in der Alte-Kaiser-Stadt ehemaliger Tagesschausprecherinnen und TV Gesichter verschwunden.

Auch Frau Heißenbergs unbeirrte Wahrnehmung und ihre Artikulation passen nun wohl nicht mehr ins Format einer bürgerliche Fernsehrolle oder zu einer Werbefigur.

Jetzt muss sie noch mit den Ja- Genau- Sagern rechnen. Das ist zum nicht kleinen Teil auch Hühnervolk (man sehe sich die Kommentare auf den entsprechenden Websites an) und als solches in seinem Ansprüchen an die Vögel dieser Welt nicht zu unterschätzen.
Es schafft sich gerne Ikonen, die es inspirieren sollen, es will ermutigt und ermuntert werden, mit Emotionen gefüttert, es will Adlerflüge sehen durch den Stalldraht, und laufend frische Infokörnchen natürlich, auf dass es was zum herumpicken hat.

Eva Herman hat sich bis heute nicht gebrauchen lassen fürs soziale Theater, Silvana Heißenberg bleibt es zu wünschen!

Montag, 17. Juli 2017

Die Gartenwolfsmilch bei Lichtkeratose


Euphorbia peplus, das hübsche Gartenunkraut, wird volksmedizinisch als Warzenmittel eingesetzt wie viele andere Wolfsmilchgewächse auch. 
In der modernen Pharmazeutik ist ihr Gift isoliert und seit 5 Jahren als lokaler Wirkstoff bei Lichtkeratosen zugelassen (und als Gel erhältlich)


Die anfangs runden, später spitz-oval sich ausformenden Blätter, die saftig-prallen, nur durch den Flüssigkeitsdruck aufrechten und daher brüchigen Stängel, die enorme Wuchskraft sowie die Neigung der Pflanze, sich ausgewachsen einen Pilz einzufangen, sprechen für Mond-Jupiter

Die mehrfache Dreieckssignatur, die fade Schärfe sowie der unscheinbare, insektenhaft anmutende Blütenstand widerspiegeln den merkurialen Charakter ihres Giftes, das schnell und ohne Umwege 'zusticht', zum lokalen Zelltod führt.

Mit Lichtkeratosen am eigenen Körper kann ich nicht dienen, aber ich habe den Milchsaft täglich und direkt aus dem abgebrochenen Stängel auf eine flächige Verhornung am Knie aufgebracht, und die war nach einer Woche weg. Ohne entzündliche Reaktion, einfach so, eingeschrumpft und vergangen. 

(Nebenbei: Nach der versuchsweisen Einnahme von ein paar Blättern der bekanntlich giftigen Pflanze ging es mir einen ganzen Tag lang nicht gut. Ich spürte meinen Magen, wollte nur Wasser trinken und fühlte mich ziemlich gedeckelt.)

Für weitere Info zu den Euphorbiaceen sei Madaus' Lehrbuch empfohlen.

Nachtrag:

Meine Mutter hat mir heute erzählt, dass sie den Milchsaft nach diesem Hinweis bei sich im Gesicht auf einem gut 0,5cm² grossen braunroten Fleck an der Schläfe ausprobiert hat. (So forsch wäre ich nicht drangegangen, gleich auf eine dauerhaft sonnenexponierte Stelle zu ätzen – meine Vorsicht kommt hier aber vom Bücherlesen und ist keine gefühlte)
Sie hatte zuvor bereits mehrere dieser schwieligen Lichtkeratosen an der Stirn gehabt, die der Hautarzt kürettiert hatte, bzw. ausgeschnitten und histiologisch abgeklärt, immerhin gilt diese Hauterscheinung als präkanzerös und immer zu therapieren, grad bei uns blond-blauäugigen Hellhäutern.

Auch diese Stelle hat sich unmittelbar abgeschuppt, jedoch noch nicht komplett – erstmal aus Mangel an Pflanzen zu einer zweiten Anwendung. Die jungen Stängel sind zart und das Tröpfchen an der Bruchstelle ist winzig. Man braucht also je nach Grösse der zu behandelnden Stellen schon einen Unkrautfleck voller Pflanzen, vor allem, solange diese noch nicht ausgewachsen sind.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Mißbegriff von Empathie


Dieses Schlagwort ist positiv konnotiert, nur hat man ihm den emotionalen Inhalt aberkannt im aktuellen Zeitgeist. 

Wörtlich meint es schlicht, im, beim Erleiden (des anderen) sein 

en- (em-) ἐν
örtlich: in, an, auf, bei, innen, innerhalb
zeitlich: während, innerhalb
übertragen: in, bei, mit

pathos: Leiden


Empathie ist eine spontane Empfindung, man kann sie nicht einfordern und nicht herstellen, sie entspringt aus dem Augenblick und ist ohne Absicht. Solange ist es auch heil und hilfreich, empathisch zu sein. Empathie als Mitgefühl ist eine reine Herzenssache.
Sich empathisch verhalten wird eine Folge dieser Empfindung sein, entspricht aber nicht zwangsläufig der sozialen Erwartung, also den aktuellen Vorstellungen von Empathie.

Empathie als aktiver Vorgang, das sich in jemanden Einfühlen ist ein sozialer Akt, egozentrisch-  absichtsvoll, auch wenn die Absicht unbewusst bleibt oder als 'beste Absicht' daherkommt. 
Diese Art von Empathie ist keine, sie macht nämlich den anderen zum Objekt und ist damit übergriffig.

Als sozialer Empath erkunde ungebeten des anderen Seele, sein Leben, setze mich quasi hinein und taste es ab, wie ein Wissenschaftler das machen würde. Ich bin dabei ganz objektiv, logischerweise.
Und wie ein Wissenschaftler will ich auch etwas haben, wissen, bekommen von meinem Objekt. 

Eine seelische Bewegung, die mir fehlt etwa. 
Begeisterung oder Unabhängigkeit wird hier gern genommen.

Verlockend ist die Möglichkeit zur Bindung - was fehlt dem andern, das ich ihm geben könnte? Das mich in seinen Augen wertvoll macht, ihn bestätigt oder sich verstanden fühlen lässt? (Egal, ob der das will oder nicht – um das zu beurteilen fehlt dem sozialen Empath in der Regel das Empfinden)

Reflexhaft wird die Chance gesucht, sich sozial zu verkaufen, sich durch den anderen gut zu fühlen und/oder von ihm gemocht, ja gebraucht zu werden. 
Das absichtliche Gebrauchtwerden(-wollen) macht den einfühlsamen Empathen seinerseits zum Objekt. Dass das im Rückblick gern mal als Ausgenutztwerden empfunden wird, liegt nahe, weil es wahr ist.

Mit sozialer Empathie arbeiten nicht nur erfolgreiche Sozialarbeiter, Coaches, Verkäufer, Religioten, Versicherer, Werbeleute, PRler usw., so funktioniert die sog. emotionale Intelligenz, die eigentlich soziale Intelligenz heissen müsste. Weil Intelligenz niemals e-motional ist, d.h. aus dem Inneren heraus bewegt. 
Intelligenz objektiviert, funktioniert, funktionalisiert, dazu ist sie da.

Wenn jemand dieser Art Empathie spontan abweisend oder aggressiv begegnet, zeugt das nur von dessen genauer Wahrnehmung und einem entsprechenden Immunsystem, das auf die Versuche von Manipulation und identitärer Übernahme reagiert.

Durchaus emotional, was den Empathen dann verwundert, denn damit hat er am wenigsten gerechnet.

Samstag, 24. Juni 2017

Malve im Lkr. Miesbach


Am Südwall, der den Golfplatz Valley begrenzt, habe ich heute die wilde Malve (für den Tschamba-Fii- Ersatz) blühen sehen. Vereinzelt zwar, aber die Wälle, die die Ranges umgeben, sind weitläufig und alle voller Wildwuchs, es dürfte leicht für einige Sammler reichen.

Auch sonst wachsen auf den ungedüngten Hügeln viele Magergräser, Blüten- und Heilpflanzen: Diverse Kleesorten und Labkräuter, Königskerzen, Johanniskraut, Schafgarbe, Dost, Natternkopf, Beinwell, Beifuss, Rainfarn u.v.m., sogar das bei uns recht seltene Eisenkraut.

Alljährlich hole ich mir von dort, was im Kräuterbuschen noch fehlen sollte. 
(Im übrigen werfe ich den Vorjahrs- Kräuterbuschen nicht einfach auf den Kompost oder ins Feuer, sondern schlage die Samen heraus und sähe sie an eine Brache oder an einen Fleck im Garten.)